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Feuerwehr Hepberg unterstützte zusammen mit der Feuerwehr Lenting
die Typisierungsaktion in Stammham am 14.01.2012

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Hilfsbereit, einsatzfreudig und ideenreich
Die Welle der Hilfsbereitschaft für den an Leukämie erkrankten achtjährigen Luca aus Stammham ist zwar gut eine Woche nach der Typisierungsaktion abgeebbt, aber noch nicht ausgelaufen. Es gehen weiter Geldspenden ein und es lassen sich immer noch Menschen Blut dafür abzapfen.
Inzwischen sind es gut 4600 Personen, die sich typisieren ließen, damit ein geeigneter Stammzellspender für Luca gefunden wird. Genau 4591 waren es, die am Samstag, 14. Januar, in Stammham an der großen Typisierungsaktion teilgenommen hatten. All ihre Blutspenden sind bereits zur Untersuchung im Labor.
Seitdem sind aber in den Arztpraxen von Matthias Bauer in Beilngries, von Wolfgang Hüttner in Lenting sowie in der Gemeinschaftspraxis Schönbauer in Stammham weitere 33 Blutspender hinzugekommen, mehrere Interessenten haben sich bei den Ärzten noch angemeldet. Im Vergleich zu der Typisierungsaktion ist das natürlich eine verhältnismäßig kleine Zahl, aber: „Jeder Einzelne zählt“, so das Motto der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Deshalb sind in den drei Praxen auch noch bis 10. Februar Blutentnahmen für die Typisierung möglich.
Doch weil für die DKMS auch „jeder Euro zählt“, sind die Spendenkonten bei der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte
 (BLZ 721 608 18, Kontonummer 5 440 440) und bei der Sparkasse Ingolstadt (BLZ 721 500 00, Kontonummer 53 099 099) weiterhin eingerichtet. Bis gestern sind 120 000 Euro eingegangen, hinzu kommen noch Schecks im Wert von rund 10 000 Euro.
Diese Summe deckt zwar nicht die Kosten der Typisierung in Höhe von etwa 230 000 Euro, doch die DKMS kann damit einen gegenüber anderen Aktionen deutlich höheren Kostenanteil abdecken. Noch erfreulicher ist für Maria Kostoglou, die seit neun Jahren bei der DKMS ist, dass die Typisierungsaktion in Stammham die bisher größte Teilnehmerzahl überhaupt verzeichnen konnte.
So fanden sich bei 425 öffentlichen Aktionen der DKMS in Deutschland im Jahr 2009 rund 165 500 Blutspender. Das „überaus stolze Ergebnis“ in Stammham hat damit eine Teilnehmerzahl erbracht, die elf Mal so hoch wie der Durchschnitt ist.
Die Schirmherren der Aktion, Eichstätts Landrat Anton Knapp und Stammhams Bürgermeister Hans Meier, führten „das Ergebnis, das jede Erwartung bei weitem übertraf“, gestern in einer Bilanz auf die „herausragende Organisation“ zurück. Mit dem SV Stammham als Veranstalter und dem Ro-tary-Club Beilngries-Altmühljura als Unterstützer seien „zwei richtige Partner zusammengekommen“, so Knapp. Und Meier konnte es gut eine Woche nach der Typisierungsaktion immer noch nicht so richtig fassen. „Ich bin seit 22 Jahren Bürgermeister, aber ich habe noch nie eine solche Hilfsbereitschaft erlebt“, sagte er und dankte dafür ebenso wie Knapp allen Blut- und Geldspendern sowie den „Zeitspendern“, also den zahlreichen Helfern, die viele Geschichten erlebten.
Denn eine solche Aktion hat natürlich viele Facetten. Etwa die von dem Eichstätter, der riesigen Einsatz zeigte. Er verpasste die Fahrgemeinschaft zur Typisierungsaktion, fuhr deshalb mit dem Rad von Eichstätt nach Stammham, spendete dort Blut und radelte weiter nach Ingolstadt, von wo aus er mit dem Zug wieder heimgefahren ist.
Oder die Idee der Feuerwehren aus Lenting und Hepberg. Nachdem ihre Kollegen aus Stammham den Verkehr im Ort ohne ihre Hilfe regeln konnten, fuhren sie zur Autobahnraststätte Köschinger Forst und lotsten von dort Durchreisende zur Typisierungsaktion. Durch den Shuttle-Service der Feuerwehren machten rund 70 zusätzliche Blutspender bis aus Berlin und Hamburg mit.
Landrat Knapp fiel schließlich noch etwas auf: die besonders große Zahl von jungen Menschen, die zur Typisierungsaktion gekommen waren und von denen er „stark beeindruckt“ gewesen sei.
(Quelle: Donaukurier)

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Stammzellspender gefunden
Für den an Leukämie erkrankten achtjährigen Luca aus Stammham ist ein Stammzellspender gefunden. Dies bestätigte Oliver Reiter, ein enger Freund der Familie, dem DONAUKURIER. Die Freude bei Eltern, Freunden, Mitschülern und im ganzen Ort sei „riesengroß“.
Seit Donnerstag vergangener Woche habe sich die Nachricht, dass ein geeigneter Kandidat gefunden sei, bereits im engen Kreis gehalten. Weil der potenzielle Spender sich aber im Urlaub befunden und deshalb keine Unterschrift vorgelegen habe, mit der er sich endgültig zur Stammzellspende bereit erklären musste, sei die Nachricht nicht eher verbreitet worden, so Reiter. Denn wenn es dann doch nicht geklappt hätte, wäre die Enttäuschung umso größer gewesen, begründet er diesen Schritt.
Jetzt aber ist es so weit: Man sehe „Licht am Ende des Tunnels“, sagte Reiter. Die Stammzelltransplantation bei Luca werde voraussichtlich am 28. Februar erfolgen. Seit gestern muss er sich nochmals einem dreitägigen Chemoblock unterziehen. Am 18. Februar kommt Luca dann auf eine Isolierstation, wo sein Immunsystem „auf Null gefahren“ wird, wie Reiter es ausdrückt. Denn bei der Übertragung von Stammzellen eines passenden Fremdspenders gibt es sowohl beim Empfänger als auch beim Spender eine wichtige Vorbereitungsphase.
So beginnt rund eine Woche vor der Übertragung der gesunden Stammzellen beim Empfänger die so genannte Konditionierungsphase. Das heißt, dass zunächst das erkrankte blutbildende System des Empfängers durch Medikamente systematisch zerstört wird. Erst danach können dem Betroffenen die neuen Stammzellen übertragen werden. Während der Konditionierungsphase des Empfängers werden zeitgleich die Stammzellen des Spenders über einen körpereigenen Wirkstoff stimuliert, treten in den Blutkreislauf und können dann zeitnah zum Tag der Übertragung entnommen werden. Am Ende der Konditionierungsphase bekommt der Betroffene die gesunden Stammzellen des Spenders, vergleichbar einer Bluttransfusion, übertragen. Die Stammzellen finden beim Empfänger ihren Weg ins Knochenmark und eigene Blutkörperchen beginnen sich ungefähr zehn bis 14 Tage nach der Transplantation zu bilden. Luca wird deshalb im Anschluss noch mindestens 42 Tage auf der Isolierstation bleiben, wie Reiter erklärte.
Wie mehrfach berichtet, war in den vergangenen Wochen fieberhaft nach einem „genetischen Zwilling“ für Luca gesucht worden. So hatten am 14. Januar rund 4600 Menschen an einer Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Stammham teilgenommen. Die überaus hohe Zahl der Teilnehmer ließ die Hoffnung auf den einen notwendigen Stammzellspender wachsen. Ob der jetzt gefundene Spender bei der Typisierungsaktion in Stammham gewonnen werden konnte oder bei einer anderen Aktion, wurde allerdings nicht bekannt gegeben.
Wie auch immer: Die Typisierungsaktion in Stammham konnte die bisher größte Teilnehmerzahl einer DKMS-Aktion verzeichnen. Und nicht nur das. Die dabei eingegangenen Spenden in Höhe von rund 130 000 Euro können zwar nicht die Kosten dafür von etwa 230 000 Euro decken, stellen aber einen ungewöhnlich hohen Anteil dar.
(Quelle: Donaukurier)